DOLMETSCHEN – Übertragung des gesprochenen Wortes von einer Sprache in eine andere.

Die Sprache zu verstehen und alle Nuancen und subtilen Unterschiede der gesprochenen Sprache wiederzugeben ist nicht etwas, wozu Computer bzw. Computerprogramme in der Lage wären. Sprache ist der lebendige Ausdruck einer Kultur, eines sozialen Kontextes, der Traditionen und Geschichte eines Volkes, der Laune und Launen des Sprechers, seiner sozialen Herkunft und seines Berufes, seines persönlichen Charakters und vor allem seiner Intentionen. Nur ein professioneller Dolmetscher ist in der Lage, die vielfältigen Manifestationen der Kombinationen dieser Charakteristika in einer fremden Sprache und im jeweiligen Kontext zu begreifen und richtig wiederzugeben.

Es steht nicht genau fest, wann die mündliche Sprache entstand, aber es ist anzunehmen, dass nicht lange, nachdem Zeichen und Gesten des Menschen nicht mehr länger ausreichten, um sich untereinander zu verständigen, auch die ersten Dolmetscher auf den Plan traten, um die Verständigung zwischen unterschiedlichen Sprachen zu ermöglichen.
Die ältesten erhaltenen Quellen zu Dolmetschern stammen aus dem Alten Ägypten. Sie gehen zurück auf das 3. Jahrhundert v. Chr. Die einzig bekannte Art des Dolmetschens war zu dieser Zeit die Flüster- und Gesprächsdolmetschung.

Die heute bevorzugte Art des Dolmetschens, die Simultanverdolmetschung, setzte sich aufgrund der ihr eigenen Technik erst im 20. Jahrhundert durch.

Unumgänglich war die neue Dolmetschtechnik bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen (1945 – 1946), die in den Sprachen Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch übersetzt wurden. Sie ermöglichte nicht nur eine bedeutende zeitliche Verkürzung des Prozesses, sondern erhöhte auch die Genauigkeit beträchtlich.

Ab diesem Zeitpunkt setzte sich die Simultandolmetschung durch und verdrängte damit alte Techniken.